Eindrücke von der Wikimania 2016

Bild: Hadi, Wikimania2016 Italian learns from Wikipedian, CC BY-SA 4.0
Text: Hadi alias Diego Hättenschwiler

Die Wikimania 2016 hat mir in mehrfacher Hinsicht besser gefallen als London 2014, dem ersten Welttreffen, das ich besucht habe. Schon die Atmosphäre im Bergdorf Esino Lario war ganz anders als in der Millionenstadt. Und ausserhalb der organisierten Veranstaltungen kam ich immer wieder mit anderen Wikipedians ins Gespräch. Nur mit den Einheimischen und den vielen jungen Helferinnen und Helfern war der Kontakt etwas schwieriger zu finden.
Ein persönliches Highlight war jedoch genau die Beobachtung eines solchen Austausches: im Community Village (organisiert von Muriel) konnte ich miterleben, wie ein älterer Helfer des Zivilschutzes sich von einem magrebinischen Wikipedianer erklären liess, wie er Bilder auf Commons hochladen kann (siehe Bild oben)! Am Schluss bedankten sich beide überschwänglich und ich dachte: genau so sollte es sein mit der Weitergabe von Wissen.

Weil nicht alle der über 1300 Teilnehmenden am gleichen Ort Essen konnten, wurden nach dem Zufallsprinzip Essensgutscheine für verschiedene Restaurants und ein grosses Zelt verteilt. Dadurch lernte ich nicht nur die verschiedenen Lokalitäten kennen, sondern auch immer wieder neue Wikipedians – auch wenn nicht alle gleich gesprächig waren oder sich gleich gut auf Englisch verständigen konnten.
Für mich besonders interessant waren ein Gespräch mit einem Paar aus Japan. Sie erzählten von Treffen mit älteren Menschen, welche eigene alte Fotos mitbrachten. Zusammen mit den Wikipedian haben sie diese dann auf Commons hochgeladen.

Das italienische Essen fand ich hervorragend und ich habe trotz viel Kopfarbeit mehr Kalorien zu mir genommen als ich verbraucht habe. 😉

Auch die Programmgestaltung hat mir im Vergleich zur Wikimania London viel besser gefallen: gab es dort fast nur Referate und danach viel zu kurze Zeit für Diskussionen, war es in Esino Lario fast umgekehrt – nur wenige Referate und viel Raum für den weltweiten Austausch. Dies gelang zwar nicht umfassend, denn wenn aber 30-40 Menschen im Raum sind, so können kaum alle gehört werden. Und viele mit Muttersprache Englisch haben Mühe sich in anderssprachige hinein zu versetzen und sprechen zu schnell und undeutlich.

Inspirationen habe ich zahlreiche erhalten. Ich werde versuchen sie in die Ideenwerkstatt vom 9. Juli einzubringen.

Zum Abschluss möchte ich noch auf ein neueres Hilfsmittel hinweisen, welches beim Übersetzen von Wikipedia-Artikeln nützlich sein kann: das Content Translation Tool. Es stellt den Ausgangsartikel und den neu anzulegenden Artikel übersichtlich in zwei Spalten dar und in einer dritten Spalte kann man Zusatzinformationen suchen. Wikilinks und Kategorien werden soweit auch in der Zielsprache vorhanden ‚übersetzt‘ und die Einzelnachweise mitgenommen. Wenn man eingeloggt ist, kann man das Tool im Reiter Beta aktivieren. Obwohl es noch im Betastadium ist, läuft es recht zuverlässig. Es ist jedoch nicht mit dem Internet Explorer kompatibel.
An der Wikimania wurden mit dem Tool nach einer kurzen Einführung innert 90 Minuten 18 neu übersetzte Artikel angelegt.