Wikipedia Blackout gegen Artikel 13

Am 23. und 28. März wird das Europäische Parlament über das neue Urheberrechtsgesetz abstimmen, und die internationale Welle der Proteste gegen das Projekt wächst. Insbesondere Artikel 11 und 13 werden kritisiert, da diese die Nutzung des Internets, wie wir sie kennen, in Frage stellen könnte. Die Autoren der deutschen Wikipedia werden sich gegen die Reform wehren, indem sie am 21. März ein totales Blackout der deutschsprachigen Enzyklopädie organisieren.

Mit Artikel 13 werden Internet-Hosting-Provider und Content-Plattformen zukünftig dafür verantwortlich gemacht, dass keine urheberrechtlich geschützten Werke ohne Bewilligung veröffentlicht werden. Dies wird sie dazu zwingen, Upload-Filter einzurichten, die ihrer Natur nach teuer und fehleranfällig sind. Die Veröffentlichung kreativer Inhalte wird stark eingeschränkt, da selbst kleinste Details eines Fotos oder Videos, z.B. auf einem Poster im Hintergrund, gegen das Urheberrecht verstossen können. Diese Einschränkungen würden die Meinungsfreiheit ernsthaft einschränken und Satire- und Parodievideos, Gameplays oder Testberichte, sowie die Veröffentlichung von Memes sehr schwierig bis unmöglich machen.

Artikel 11 würde eine „Link-Steuer“ einführen, bei der die Wiedergabe von mehr als „einzelnen Wörtern oder sehr kurzen Auszügen“ von Nachrichten, lizenz- und gebührenpflichtig wird. Auch für Dienstleistungen von Einzelpersonen, kleinen Unternehmen oder Non-Profit-Organisationen werden keine Ausnahmen gemacht, die zu einer weiteren Konzentration auf wenige grosse Medienverlage führen könnten.

Um gegen diese kontroversen Punkte zu protestieren, fordern die Wikipedia-Autoren zu politischem Widerstand gegen die umstrittene Reform des Urheberrechts auf: Am 21. März wird die deutschsprachige Ausgabe von Wikipedia den ganzen Tag komplett abgeschaltet.

Wikimedia CH unterstützt aktiv die Schweizer Initiative „Allianz faires Urheberrecht“ für ein gerechtes Urheberrecht. Bitte nehmen Sie sich einen Moment Zeit, um die Webseite zu besuchen und die Kampagne zu unterstützen: www.Faires-Urheberrecht.ch.